WEG-Recht, Prostitution

Ist Prostitution in einer Eigentumswohnung möglich?
Die Ausübung einer Tätigkeit als “Fotomodell” in einer Eigentumswohnung stellt eine gewerbliche Nutzung der Wohnung zu sittenwidrigen Zwecken dar und rechtfertigt den Anspruch auf sofortige Unterlassung bzw. bei einer vermieteten Eigentumswohnung auf Räumung der Wohnung (AG Neuss, Beschl. vom 21.09.1979, 39 C 309/79 und 39 C 318/79; vgl. auch LG Hamburg, Beschl. vom 01.12.1983, 10d T 57/83).
Der Betrieb eines Bordells in Sondereigentumsräumen stellt grundsätzlich einen bei einem geordneten Zusammenleben vermeidbaren Nachteil im Sinne des § 14 Abs. 1 WEG dar. Jeder einzelne Wohnungseigentümer kann daher gemäß § 15 Abs. 3 WEG die Unterlassung der Beeinträchtigung verlangen.

Die Ausübung der Prostitution in einer Eigentumswohnung (auch in vermieteten Eigentumswohnungen) stellt eine Beeinträchtigung der übrigen Miteigentümer dar und braucht von diesen nicht geduldet zu werden. So hat auch ein vermietender Wohnungseigentümer die durch Mieter ausgeübte Prostitution durch geeignete Schritte (Kündigung) zu unterbinden (BayObLG, Beschl. vom 30.10.1984, 2 Z 110/84; Beschl. vom 06.11.1986, 2 Z 103/86; Beschl. vom 27.05.1993, 2 Z BR 30/93; OLG Frankfurt, Beschl. vom 04.12.1989, 20 W 418/89; AG Bremen, Beschl. vom 12.01.1995, 111a II 55/1994)

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