Änderungen bei Darlehensvergabe und Kredite ab 03.2016

Im März 2016 wird eine neue Richtlinie in Bezug auf das Immobilien-Darlehens in Kraft treten. Die Finanzierungsexperten aus dem Netzwerk Fairpreis Immobilien informiert deshalb ihre Kunden.

Das ganze geht (wieder einmal) vom Europäischen Parlament aus, da man die Regelungen in ganz Europa harmonisieren möchte und angeblich die Bürger vor Zwangsversteigerung schützen möchte.

Die ist aber in der Regel nicht möglich, da einen seriösen und reelen Schutz vor Zwangsmassnahmen der Gläubiger und Zwangsversteigerung nur die Immobilienakuthilfe bietet.

Wie läuft es bisher?

Der Kunde bekommt ein Darlehen und lässt die Zinsen meist längerfristig festschreiben (10. 15. 20 Jahre). So ist der Kunde vor Erhöhungen geschützt und weiss genau was auf ihn monatlich zukommt. Er hat eine Planungssicherheit und kann Zinserhöhungen gelassen entgegen sehen.

Auch Kreditinstitute benötigen diese Planungssicherheit, da sie aus vertraglichen Gründen die zur Kreditrefinanzierung verwendeten Einlagen nicht vorzeitig zurückgewähren kann.

Wenn nun das Darlehen vorzeitig zurück gezahlt und gekündigt wird, dann wird eine Vorfälligkeitsentschädigung fällig.

Nun kommt die EU ins Spiel und es wird (wie fast immer) alles komplizierter und aufwendiger.

Die Vorfälligkeit bleibt bestehen. Es wird aber in Zukunft schwieriger und aufwendiger werden ein Darlehen zu bekommen denn die Banken müssen nun umfassender prüfen und informieren. Die Kreditwürdigkeit des Kunden wird strenger geprüft und muss nachgeweisen werden. Dadurch wird auch noch mehr Zeit vergehen bis die Darlehenszusage erteilt wird. Zusätzlich wird es schwieriger werden ein Darlehen zu bekommen.

EU sei Dank!

Kann eine Bank nach Abschluss des Kredits nicht nachweisen, dass die finanzielle und wirtschaftliche Lage des Kunden eingehend überprüft wurde, kann der Kunde seinen Kreditvertrag jederzeit kündigen. Die Vorfälligkeitsentschädigung entfällt und für den Kredit darf ihm bis zum Zeitpunkt der Kündigung nur der übliche Marktzins berechnet werden. Dies kann dazu führen, dass der Kunde gezahlte Zinsen von der Bank zurückerstattet bekommt.

Weitere Änderungen

-Immobilien-Darlehensvermittler müssen regelmäßig ihre Sachkunde nachzuweisen und sich im Vermittlerregister der Industrie- und Handelskammer registrieren zu lassen. Sie müssen über eine Berufshaftpflicht abgesichert sein.

-Es wird der Vertrieb von Darlehen die nur kombiniert mit anderen Finanzprodukten – wie z.B. Aktien oder festverzinsliche Wertpapiere vermittelt werden (sogenannte Kopplungsgeschäfte), in Zukunft untersagt. Davon ausgenommen sind Produkte wie Bauspar- oder Riester-Sparverträge.

-Das Widerrufsrecht der Kunden bei neu abgeschlossenen Immobilienkrediten wurde im Fall fehlerhafter Widerrufsinformationen zeitlich begrenzt auf eine Frist von maximal 12 Monaten und 14 Tagen. Damit wird das „ewige Widerrufsrecht“ für Immobilienkredite mit fehlerhafter Widerrufsbelehrung abgeschafft.

-Eine EU-weite Berechnungsgrundlage des effektiven Jahreszinses bei Immobilienkrediten sowie der Schutz vor Währungsrisiken soll abschließend für eine EU-weite Vergleichbarkeit sorgen.

Geänderte KfW-Förderung für energieeffiziente Neubauten

Wer die KfW-Förderung für ein „KfW-Effizienzhaus 70“ nutzen will, muss seinen Kreditantrag bis 31.März 2016 stellen: Die Förderung endet wegen gestiegener Anforderungen durch die neue Energieeinsparverordnung 2014. Dasselbe gilt für die KfW-Förderung von Kraft-Wärme-Kopplungs-Anlagen.

Neuer förderfähiger Mindeststandard ab April ist dann das „KfW-Effizienzhaus 55“; der Förderhöchstbetrag wird dabei von 50.000 Euro auf 100.000 Euro je Wohneinheit heraufgesetzt.

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