Neues Widerrufsrecht und was bedeutet das für den Makler?

14.05.2014, Presseabteilung der Immobilienakuthilfe.

Mit der Umsetzung der neuen Verbraucherschutzrichtlinie der EU am 01.06.2014 können (und werden) auch Maklerverträge unter das Gesetz über Fernabsatzverträge fallen. Der Interessent liest das Exposé, das den eindeutigen Provisionshinweis enthält, und kontaktiert den Makler per Mail oder Telefon, beispielsweise um einen Besichtigungstermin zu vereinbaren. Der Makler bestätigt per Mail, und damit ist der Maklervertrag abgeschlossen. Diesen Weg nennt das Gesetz Fernkommunikation und fällt damit unter das neue Gesetz.

Da dieser Vertrag (Maklervertrag) allein über das Internet (juristisch „Fernkommunikation“) ohne körperliche Anwesenheit der Vertragsparteien zustande kam, ist der Maklervertrag als Fernabsatzvertrag gemäß § 312 b Abs. 1 S. 1 BGB einzustufen.

Es muss beim Zustandekommen eines Vertrages über die Widerrufsmöglichkeiten belehrt und eine Vereinbarung über die Rechtsfolgen des Widerrufs geschlossen werden. Andernfalls ist die Provision in Gefahr: Der Interessent vereinbart einen Termin mit Ihnen und besichtigt das Objekt. Anschliessend widerruft er und kauft das Objekt ohne Makler.

Noch schlimmer: Der Käufer kauft das Objekt und widerruft dann. Dann müssen Sie die erhaltene Provision zurück zahlen.

Grundsätzlich hätte der Immobilienmakler die Möglichkeit, einfach die 14-tägige Widerrufsfrist abzuwarten, bevor er das Exposé übermittelt. In der Praxis wäre dies sicherlich schwer durchführbar, da sowohl Immobilienmakler als auch die Verbraucher an einer schnellen Abwicklung des Geschäfts interessiert sind.

Rechtslage: Der (Makler) Vertrag kann auch dann noch widerrufen werden, wenn der Makler seine Leistung, den Nachweis des Objektes, und/oder die Vermittlung schon erbracht hat. Der Verbraucher muss einen Wertersatz für die erbrachten Dienstleistungen nur leisten, wenn er darauf vor Abschluss des Vertrages hingewiesen worden ist (auch auf die Folgen dieses Tun, dass er sein Widerrufsrecht bei vollständiger Vertragserfüllung durch den Unternehmer verliert.§ 356 Abs. (4) BGB) und ausdrücklich zugestimmt hat, dass der Unternehmer vor Ende der Widerrufsfrist mit der Ausführung der Dienstleistung beginnt. Er muss den Makler quasi zum Besichtigen auffordern und im gleichen Zuge auf sein Widerruf verzichten.

Der Kunde muss ausdrücklich und aktiv erklären, dass er der Ausführung der Dienstleistung vor Ende der Widerrufsfrist zustimmt.

Laut Presseabteilung arbeiten die Anwälte der Immobilienakuthilfe bereits aktiv an einer Lösung im Sinne der Makler.

Ein Kommentar zu “Neues Widerrufsrecht und was bedeutet das für den Makler?

Kommentar verfassen