Der Energieausweis

Der Energieausweis

Vermieter und Verkäufer von Immobilien brauchen seit 1. Juli 2008 einen Energieausweis (für Gebäude die bis 1965 fertigt gestellt wurden ab 2008, für Gebäude die nach 1965 fertigt gestellt wurden und für Nichtwohngebäude ab 01.01.2009); allerdings nur wenn sie Ihre Immobilie verkaufen oder vermieten. Die sieht die Energieeinsparverordnung (EnEV) vor.
Für Wohngebäude, die vor dem 1. November 1977 gebaut wurden und die weniger als fünf Wohneinheiten umfassen, ist der Bedarfsenergieausweis vorgeschrieben. Für Nichtwohngebäude gilt wiederum die Wahlfreiheit zwischen Bedarfsausweis und Verbrauchsausweis.
Er soll Auskunft darüber geben, mit welchem Energieverbrauch in einer Wohnimmobilie pro Quadratmeter und Jahr zu rechnen ist. Die Ausweise haben eine Gültigkeit von 10 Jahren.
War und ist der Energieausweis bisher nur auf Verlangen des Käufers anzufertigen so muss er demnächst (vermutlich ab Mitte 2014) schon bei der Besichtigung vorgelegt werden.

Für Neubauten und grundlegend sanierte Immobilien ist die Energieerechnung sowieso Bestandteil der vorgeschriebenen Wärmebedarfsberechnung, weswegen man dann keinen extra Energieausweis braucht. Natürlich kann es sinnvoll sein, die Energiebilanz seines Hauses zu kennen und sich Maßnahmen zur Einsparung zu überlegen. So kann man zusätzlich im Haushalt sparen.

Man erfährt durch den Pass, wie hoch die Kosten für Heizung und Warmwasser ungefähr sein werden, und bekommen Basisinformationen über Dämmung und Heizanlage.
Es gibt auch Empfehlungen für Sanierungen und Modernisierungen, die den Energieverbrauch senken.

Es gibt zwei Varianten von Energiepässen, die sich deutlich in ihrer Aussagekraft, aber auch in ihren Kosten unterscheiden:
Beim verbrauchsorientierten Ausweis wird lediglich der Energieverbrauch der vergangenen drei Jahre zugrunde gelegt. Er ist deutlich preiswerter als der bedarfsorientierte Ausweis, bei dem der Aussteller von einer durchschnittlich genutzten Immobilie ausgeht und anhand von bauphysikalischen Daten berechnet, wie viel das Haus oder die Wohnung im Standardfall verbraucht.

Für Bestandsimmobilien kann man zwischen Bedarfs- und Verbrauchsausweis wählen. Besitzt man jedoch ein Gebäude mit bis zu vier Wohneinheiten, dessen Bauantrag vor dem 1. November 1977 gestellt wurde, benötigen man einen Energiebedarfsausweis.
Hat das Gebäude allerdings zum Zeitpunkt seiner Errichtung die Anforderungen der Wärmeschutzverordnung von 1977 erfüllt oder wurde dieser Stand durch spätere Sanierungen erreicht, kann man wieder zwischen Bedarfsausweis und Verbrauchsausweis wählen.

Rechtsgrundlagen
Das Energieeinsparungsgesetz (EnEG) ermächtigt in § 5a die Bundesregierung zur Regelung von Inhalten der Energieausweise in einer Verordnung. § 8 Abs. 1 Nr. 2 i.V.m. § 8 Abs. 2 EnEG ermög- licht die Ahndung von Verstößen gegen die Verordnung mit Bußgeld.
Ist die Energieeinsparverordnung (EnEV) auf das Gebäude anwendbar (§ 1 EnEV), regelt Ab- schnitt 5 (§§ 16 – 21 EnEV) Einzelheiten zum Energieausweis.
Die Pflicht, Energieausweise erstellen zu lassen bzw. zugänglich machen zu müssen, regelt der § 16 EnEV. Befreiungen hiervon sind nicht möglich (§ 25 Abs. 2 EnEV). Allerdings sind Baudenk- mäler und „kleine Gebäude“ von der Energieausweispflicht ausgenommen (§ 16 Abs. 4).
Ordnungswidrigkeiten regelt der § 27 EnEV. Übergangsregeln finden sich in den §§ 28 ff. EnEV.
Ergänzend verweisen die Vorschriften der EnEV auf die Anlagen 1 bis 11. Dort finden sich für die Ersteller der Ausweise (§ 21 EnEV) Hinweise zur Berechnung und zum vorgegebenen Erschei- nungsbild der Ausweise.

Wenn der Miet- oder Kaufinteressent auf den Ausweis verzichtet, braucht ihm selbstverständlich auch kein Ausweis zugänglich gemacht zu werden. Um zivilrechtlich auf der sicheren Seite zu sein, kann der Eigentümer sich den Verzicht bestätigen lassen.

Die Kosten handeln Eigentümer und Berater frei aus, deshalb sind die Preise auch sehr unterschiedlich. Für den bedarfsorientierten Pass beträgt das Honorar etwa 200 bis 300 Euro. Stellt der Hauseigentümer die Daten selbst zusammen, zahlt er rund 150 bis 200 Euro. Die anhand der Verbrauchswerte berechnete Variante ist günstiger. Die Kosten belaufen sich zwischen 50 und 100 Euro.

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